Geplantes logistikzentrum in aligse

Bauvorhaben Aldi

Der Discounter Aldi plant, sein bisheriges Zentrallager in Lehrte-Sievershausen durch ein neues Logistikzentrum am Standort Aligse zu ersetzen (Gewerbegebiet Lehrte-Nord 3). Dafür soll eine landwirtschaftliche Fläche von fast
180.000 m² genutzt werden.

 

Der von der Stadt Lehrte vorgelegte Entwurf zum Bebauungsplan sieht vor, das bisherige Gewerbegebiet in Aligse (Lehrte Nord 3) in ein Industriegebiet umzuwandeln. Diese Umwandlung hat u.a. folgende Konsequenzen:

  • Von einem Industriegebiet müssen erheblich höhere Lärmemissionen akzeptiert werden, als von einem Gewerbegebiet.
  • In einem Industriegebiet darf an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden gearbeitet werden. Es werden dann keine Nachtruhe-Zeiten mehr eingehalten und auch keine Sonn- und Feiertage.

Die erste Wohnbebauung in Aligse ist nur 300 Meter von diesem Industriegebiet entfernt! Zu nah, um die Anwohner vor den Auswirkungen dieses Mega-Projektes schützen zu können.

 

Doch die Auswirkungen dieses Bau-Projektes werden nicht nur in Aligse zu spüren sein. Die Verkehrs-Überlastung des Stadtgebietes Lehrte und der umliegenden Ortschaften ist schon jetzt gegeben. Die Bürger erfahren nahezu täglich, dass ein „Normalbetrieb“ auf der A2 eher die Ausnahme, als der Regelfall, ist. Eine weitere Verschärfung dieser Situation durch einen zusätzlichen Logistikstandort in Lehrte geht zu Lasten aller Anwohner der A2-Ausweichstrecken im Lehrter Stadtgebiet. Auch vor dem Hintergrund des geplanten Megahubs in Ahlten stellt sich die Frage: Wie viel Logistik-Verkehr kann oder soll Lehrte noch verkraften und hinnehmen? 

 

Was genau südlich von Aligse gebaut werden soll, ist noch gar nicht abschließend geklärt. Der Discounter Aldi und die Stadt Lehrte haben einen angebotsbezogenen Bebauungsplan vereinbart, in dem nur wenige Eckpunkte genau festgelegt sind. Die meisten Bebauungsparameter kann der Bauherr (also Aldi) im Verlauf des Baus nach eigenem Gutdünken bestimmen. Die bisher festgelegten Eckpunkte sind aber erschreckend genug: Die Lagerhalle darf eine Gesamtgröße von ca. 80.000 m² haben, womit sie größer wäre als der Aligser Ortskern. Die Halle darf eine Gesamthöhe von ca. 17 m erreichen, womit sie höher wäre als der Steinwedeler Kirchturm. Eine geplante direkte Verkehrsanbindung an die Westtangente ist nur optional und nicht verbindlich im Plan festgehalten worden.

 

Völlig unbeachtet bleibt bei diesen Planungen die ohnehin schon hohe Belastung der Ortschaft Aligse durch den bestehenden Verkehrslärm und damit verbundenen Abgasen. Im Osten wird das Dorf von der viel befahrenen Bahnstrecke Hannover-Celle-Uelzen begrenzt (deren Güterverkehrsaufkommen sich in den kommenden Jahren verdoppeln soll), im Süden von der Bundesautobahn 2. Und natürlich wird der Bau und Betrieb des Güterumschlagzentrums Megahub im Südwesten in den kommenden Jahren das Verkehrsaufkommen zusätzlich erheblich verstärken. Ganz nebenbei wird mit dieser Industrieansiedlung das einzige barrierefrei zugängliche Naherholungsgebiet der Dorfbewohner verbaut und der schützenswerte dörfliche Charakter Aligses unwiederbringlich zerstört. 

 

Die Bürgerinitiative Aligse-Kolshorn-Röddensen - Verein für Dorferhaltung und Naturschutz, möchte aus diesen Gründen die Umwandlung des bisherigen Gewerbegebiets in ein Industriegebiet verhindern. Ein solches Projekt steht in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Interessen der betroffenen Bürger.

 

NEIN zu einem Industriegebiet in Aligse! 

Modellbild Aldi - Logistikzentrum in Aligse
Modellbild Aldi - Logistikzentrum in Aligse